Memoiren eines Mädchens

Installation / Akademie der bildenden Künste / Wien / 2017

„Memoiren eines Mädchens“ ist der Beginn einer Analyse der kleinen feinen Dinge, die ein Mädchen zum Mädchen machen. Ausgangspunkt ist meine eigene Biografie und mein ambivalentes Verhältnis zur Figur des Mädchens, das mir einerseits Bedrückung und Beklemmung verschafft, mich aber andererseits doch mit Sympathie erfüllt. Sympathie für die Zartheit und Fähigkeit zur Empathie, die man klischeehaft von Mädchen erwartet.

Es scheint mir doch so, dass diese Empfindsamkeit auch eine Art Widerstand und Gegenwelt darstellen kann gegen die Herrschaft der Stumpfheit. Ich möchte hiermit die Zartheit und die Empathie der stereotypischen Mädchen würdigen, und zugleich auf die Zerstörung hinweisen, die im Rahmen der für Mädchen vorgegebenen Choreographie eines braven, fleissigen Lebens, stattfindet.

Es gibt in unserer Gesellschaft den Anspruch, dass Frauen ein lustvolles Leben führen nicht in dem Ausmaß, in dem es ihn für Männer gibt. Somit wird man als Mädchen gerne klein, zart und brav gemacht anstatt kräftig und lustvoll.